Ein Bericht von Björn Korte
Im Juni hat die 19-Jährige am Comenius-Gymnasium ihr Abi gebaut und weiß noch nicht, was sie später mal beruflich machen will. Kein Gedanke ans Auswandern, aber ein Jahr lang in Amerika zu leben, das reizt sie. Au-pair bei Familie Wendland in Planefield bei Chicago. "Ich freu mich drauf", sagt Nadine. Eine Spur Nervosität ist auch dabei. Und Angst vor Heimweh. Ihr Ziel: "Ich möchte selbstständiger werden und besser Englisch lernen."

Schuld an Nadines Reiseplänen ist die MorgenPost. "Ich hatte die Idee, als Au-pair ins Ausland zu gehen. Und am nächsten Tag stand ein Artikel über die Agentur "German Au Pair" der Recklinghäuserin Silke Rixen in der Zeitung. Da hab ich einfach mal angerufen." Ein halbes Jahr reifte der Plan. Die Agentur suchte nach einer Gastfamilie. Nadine regelte Papierkram: Bewerbung, internationaler Führerschein, Gesundheitszeugnis... Dann nahm sie Kontakt zur Familie Wendland auf. Der erste Eindruck? "Nette Leute." Und Nadine hat auch schon erfahren, was von ihr erwartet wird. "Ich soll mit den drei Kindern viel unternehmen." Nadine bekommt ihr eigenes Zimmer, ein eigenes Bad, frei Kost und Logis und 158 Dollar Taschengeld pro Woche.
Das Abenteuer Amerika beginnt in San Francisco. Dort nimmt Nadine ab Montag an einem viertägigen Workshop teil. Dann gehts nach Planefield, mit 35000 Einwohnern etwas kleiner als Datteln. "Aber Chicago liegt nur eine halbe Autostunde entfernt."
Mutter Christiane ist hin- und hergerissen zwischen Sorgen und der Überzeugung, dass das Auslandsjahr eine Riesenchance ist. "Wenn sie das nicht machen würde, würde sie es später ein Leben lang bereuen. Und wenn es ihr nicht gut geht, kann sie ja eher nach Hause kommen."
Morgen um 13.20 Uhr startet Nadines Flieger. Eltern, Bruder und Freunde fahren mit nach Frankfurt. Nadine weiß: "Dann werden wohl auch ein paar Tränen fließen."
Samstag, 22. September 2007
Quelle: Dattelner Morgenpost / www.westline.de
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